Wort-Bildmarke Slogan: Ökologischer Wein und Sekt in Rheinhessen seit mehr als 20 Jahren
Vegan Society

                                                        

Seit dem 01.03.2012 hat das Weingut Neumer von der Vegan Society England die Lizenz das Zeichen der Vegan Society auf allen Produkten ab dem Jahrgang 2012 zu führen.

 

Wer konsequent vegan leben möchte hat auch beim Wein die Möglichkeit eine Auswahl zu treffen.

Aber ist Wein denn nicht ein rein pflanzliches Produkt?

Der Wein an sich ja, doch werden in der Weinerzeugung zur Klärung und Filterung oft tierische Produkte wie Kasein oder Gelatine eingesetzt. Diese Hilfsstoffe binden Trübteilchen im Wein, die dann ausflocken, sich absetzen und sodann abgefiltert werden können. Nur wenn die Herstellung eines Weines ganz ohne diese Tierprodukte auskommt, indem üblicherweise Bentonit (Tonmineral) zur Klärung genutzt wird, kann ein Wein als vegan bezeichnet werden.

Alle unsere Weine und Sekte sind rein vegan.

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Pressemitteilung vom 29.04.2013:
Ab dem Jahrgang 2012 sind alle Weine des Weinguts Neumer vegan und tragen das Siegel der „The Vegan Society“.

 

Fragen und Antworten zum Thema ökologische und vegane Wirtschaftsweise

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, veganen Wein zu machen?

Es ist uns ein Anliegen uns selbst und natürlich auch unsere Weinberge gesund zu ernähren und im Gleichgewicht zu halten, wir denken viel über den verantwortlichen Umgang mit anderen Menschen, mit Tieren und der Natur nach. Da ist es nur logisch auf unnötige tierische Behandlungsmittel für den Wein zu verzichten.

Ein weiterer wichtiger Grund , weshalb wir in den vergangenen Jahren bereits vielfach auf Mittel zur Weinbehandlung verzichtet haben ist, dass die Weine ohne all das viel klarer, purer, rebsortentypischer schmecken.

Gibt es in Ihrer Familie, in ihrem Freundeskreis Menschen mit veganer Ernährung?

Ja, da gibt es einige Veganer. Das sind zum Teil Menschen, die tierisches Eiweiß nicht vertragen, aber vor allem sind es Menschen, die konsequenten Tierschutz leben.

Vegan zu essen heißt ja nicht mehr nur Tofu und Verzicht. Diese gesunde Ernährungsform ist in den letzten Jahren so viel bunter und ausgesprochen genussvoll geworden.

In unserem Weingut findet das Mittagessen für alle Familienmitglieder und alle Arbeiter immer zusammen am großen Tisch statt. Da ist es nicht möglich rein vegan zu kochen, aber wir kochen natürlich bio und sehr gern vegetarisch.

Sie sind eine der wenigen deutschen Winzer, deren Weine das Zeichen der vegan Society Großbritanniens tragen. Wie kam es dazu?

Wir vermuten, dass wir das einzige Weingut mit dieser Lizenz sind. Wir haben versucht herauszufinden, ob es noch andere Weingüter gibt, die ihre Produkte mit diesem Zeichen versehen dürfen, haben aber keines finden können.

Zu dem Zeitpunkt, in dem wir in das vegane Thema eingestiegen sind, fanden wir nur das Zeichen der Vegan Society Großbritannien, das eine öffentliche Bedeutung hatte . Deshalb haben wir uns dort beworben.

Bekommt der Wein durch solch eine Kennzeichnung mehr Aufmerksamkeit? Mehr Transparenz?

Auf jeden Fall. Das öffentliche Interesse für vegane Produkte steigt stetig.

Der Verbraucher bekommt durch dieses Zeichen Sicherheit und Produkttransparenz, denn wir legen der veg.Soc. Rechenschaft darüber ab, dass unsere Weine lückenlos vegan produziert werden.

Erfreut sich der Wein in weiterer Folge größerer Nachfrage?

Aber ja. Wir können eine klare Hinwendung zum gesunden, verantwortungsvollen Genuss beobachten. Es gibt zunehmend Menschen, die sich aus Überzeugung vegan ernähren und dabei nicht auf Genuss verzichten möchten.

 

Wird er mit solch einer Kennzeichnung auch teurer?

Nein, bei uns werden die Weine deswegen nicht teurer, sondern einfach nur leckerer, denn diese Arbeitsweise wirkt sich positiv auf den Geschmack aus.

Die Kennzeichnung kostet zwar relativ hohe Gebühren, die wir aber, ähnlich wie den Mitgliedsbeitrag z. B. für unseren Ökoverband ECOVIN natürlich nicht 1 : 1 an den Verbraucher weitergeben.

Hat sich durch die Umstellung auf vegane Weine auch Ihr Vertrieb geändert?

Nicht wirklich. Wir bedienen bereits alle Bereiche des Handels. Aber es besteht jetzt ein erhöhtes Interesse beim Endverbraucher und das wirkt sich natürlich auf die Gastronomie und den Handel aus. Das Vegan-Zeichen auf den Flaschen ist ein zusätzlicher Nutzen für den Verbraucher.

Wer sind Ihre Hauptabnehmer?

Wir vertreiben zu gleichen Teilen an Endverbraucher, Gastronomie und Wiederverkäufer.

Welche veganen Weinsorten bieten Sie an?

Unser gesamtes Sortiment ist vegan. Alle Weine, alle Sekte und der Secco.

Wir sind bekannt für charaktervolle Rieslinge, Weissburgunder und Spätburgunder. Außerdem gedeihen in unseren Weinbergen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer, sowie einige rote Sorten für unser Rotwein-Cuvée.

Meinen Sie, dass vegane Weine insgesamt in D im Kommen sind?

Wir machen die Erfahrung, dass die Menschen in Deutschland gesundheits- und umweltbewußter werden. Das ist wunderbar! Sie fühlen sich mehr und mehr verantwortlich für das Gleichgewicht in der Natur, es ist ihnen ein Anliegen für Tiere mitzudenken und respektvoll mit allen Lebewesen umzugehen.

Schon seit über 20 Jahren wird Ihr Weingut ökologisch bewirtschaftet. Warum haben Sie sich damals für diesen Schritt/diese Veränderung entschieden?

Als mein Mann und ich das Weingut meiner Eltern übernahmen, war schnell klar, dass wir uns und unsere Kinder den Giften, mit denen Krankheiten und Schädlinge in den Weinbergen behandelt wurden, nicht mehr aussetzen wollten. Die Vorstellung, dass all das ins Grundwasser und in den Organismus der Menschen gelangt, war beunruhigend. Also suchten wir Rat bei ökologisch wirtschaftenden Kollegen, traten dem Ökoverband ECOVIN bei und unternahmen 1991 den entschlossenen Schritt das komplette Weingut auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen.

Was unterscheidet Ihren Ökoweinberg von einem konventionellen?

Ökologischer Weinbau ist ein ganzheitliches Anbausystem, das heißt es kommen alle Aspekte der Natur zum Wohle der Reben zum tragen.

- Als Ökowinzer setzen wir auf einen biologisch aktiven Boden als idealen Standort für gesunde und stabile Reben.

- Schonender Umgang mit Wasser und Boden – Ökowinzer verzichten auf Kunstdünger und setzen nur organische und schwerlösliche Dünger ein. Sie verwenden keine naturfremden chemisch-synthetischen Substanzen– ein Plus für unsere Böden und das Grundwasser.
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- Prävention statt Pestizide – Wir Ökowinzer schützen ihre Reben vor Schädlingen und Krankheiten, indem sie Nützlinge fördern, pflanzenstärkende Pflegepräparate einsetzen und Rebsorten anpflanzen, die natürlicherweise widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen sind.

- Förderung der Artenvielfalt – Als Ökowinzer schaffen wir mit blühenden grünen Untersaaten in ihren Weinbergen sowie durch Mauern, Büsche und Bäume neue vielfältige Lebensräume für oft schon bedrohte Pflanzen- und Tierarten.

- Naturprodukte statt Gentechnik – Bei der Pflanzenwahl wie auch bei Hefen und anderen eingesetzten Produkten wird dieses Qualitätskriterium durch strenge Kontrollen garantiert.   Quelle: www.ecovin.de

Gibt es darin mehr Leben, mehr Vielfalt?

Mit der Begrünung sorgen wir zum einen dafür, dass der Boden mit Nährstoffen versorgt wird, zum anderen gewährleisten blühende Pflanzen, dass die Nützlinge sich wohlfühlen und da bleiben, um die Schädlinge zu fressen. ‚Die Rebenwachsen zwischen Blumenwiesen mit sehr viel Leben und sehr viel blühender Vielfalt.

Ist ein Ökoweinberg arbeitsintensiver als ein konventioneller?

Aus Rücksicht auf Begrünung, Humusbildung, Bodenlockerung, Pflanzenstärkung und zum Erhalt der Population von Nützlingen zwischen den Rebzeilen fahren wir nur selten zu bestimmten Jahreszeiten mit Traktoren durch die Weinberge. Dadurch gibt es vermehrt Arbeiten, die von Hand gemacht werden müssen.

Spiegelt sich die ökologische Herstellung im Geschmack der Weine wider? Wie würden Sie Ihre Weine geschmacklich einordnen?

 Bioweine schmecken nicht grundsätzlich anders oder besser als qualitativ gleichwertige konventionell erzeugte Weine. Sie weisen jedoch tendenziell größere Vielfalt an Aromen und Inhaltsstoffen auf. Ihr individueller Charakter wird auch dadurch erhöht, dass sie ihre Herkunft, den Boden und die Lage (oft unter dem Begriff „Terroir“ zusammengefasst), deutlich wiederspiegeln.

Sie haben drei Söhne; bis auf Ihren Sohn Paul sind alle für die Winzerei ausgebildet und arbeiten auch in diesem Bereich. Welche Funktionen übernimmt da wer auf Ihrem Weingut/im Keller/im Vertrieb/in der Werbung?

Die Eltern Hubertus und Lucia Weinmann teilen sich die Betriebsleitung.  Hubertus W ist zuständig für den finanziellen und administrativen Part, Lucia für Marketing, Versand und den Kundenkontakt.

Theo, der älteste, ist Winzermeister und für das Werden der Weine zuständig. Er ist verantwortlicher Kellermeister.  Seit dem Jahrgang 2011 tragen alle Weine seine Handschrift.

Felix, der jüngste, ist gelernter Winzergeselle, bringt sich im Augenblick vor allem in den Weinbergen und beim Kundenkontakt ein,  und wird demnächst die Fachhochschulreife machen um danach Weinbau zu studieren.

Kommt man sich da auch in die Quere?

Jeder von uns hat ein klar definiertes Aufgabengebiet, das seinen Fähigkeiten entspricht. Dennoch gibt es natürlich eine Menge Themen und Projekte, die gemeinsam besprochen und entwickelt werden, bevor sie dann in die Obhut der zuständigen Person gegeben werden. Und ja, wir sind eine Familie, natürlich streiten wir auch mal. Aber auch das kann ja dynamisch und kreativ sein.

Ihr Sohn Paul hat sich in seinem Studium auf Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie spezialisiert. Verwendet er da auch den Weingarten als praktisches Testgebiet?

Paul hat Geografie studiert und beschäftigt sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Zusammenspiel von Nachhaltigkeit, Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Dabei bezieht er sich auf das gesamte Weinbaugebiet von Rheinland-Pfalz.  Für seine zukünftige Arbeit in der Verwaltung unseres Weinguts ist dieses Thema von großer Bedeutung. Denn nur wenn ökologische Wirtschaftsweise auch rentabel ist, kann sie nachhaltig, von Dauer und für weitere Generationen sinnvoll sein.

Frau Weinmann: Bei Ihrer Vorstellung auf der HP bin ich hängen geblieben anIhrem schönsten Wort. Es ist im Moment die „Verwunderung“. Und Sie zitieren den spanischen Philosophen Ortega y Gasset: „Überraschung und Verwunderung sind der Anfang des Begreifens“. Wenn Sie dieses Zitat auf die Entwicklung des Weingartens übertragen, wie könnte man das interpretieren?

In dem Wort „Verwunderung“ steckt „Wunder“. Das ist etwas, das wir mit unserem Verstand nicht begreifen können, das aber seine Magie entwickelt, wenn wir uns gestatten, es anzuerkennen. Dieses Öffnen befähigt uns neuen Raum in unseren Gedanken zu schaffen, neue Gefühle zu entdecken, neu und weiter zu begreifen.

„Überraschung“ steht für mich für dieses unvoreingenommene, spontane und verblüffte Erkennen.

Im Hinblick auf das Ökosystem Weinberg brauchen wir diese Fähigkeiten um mit den wechselnden Herausforderungen des Ökosystems (Mensch, Pflanzen, Boden, Tiere, Wetter) umzugehen.

Danke für Ihre Antworten!

Bitteschön... hab ich gern gemacht. Es war mir eine Freude.

 

Das Interview wurde von Frau Kanzian für

den Blog www.ueber-land.eu  mit Lucia Weinmann

geführt und am 8. Mai 2013 publiziert.